Interviews mit den Schülern der Bauernschule aus Guatemala

Banner 450 x 345Im Laufe der folgenden Wochen, werden wir einige Interviews mit den Schülern der Bauernschule der Fundación Fray Domingo de Vico aus Guatemala veröffentlichen, damit Sie auch die Stimme jener Menschen hören, deren Leben durch Sie verändert wird!

 

 

HUGO, Gemeinde Chioyal

 

Was gefällt Dir besonders an der Schule Fray Domingo de Vico ?

 

Ich habe mich in der Schule von Fray Domingo de Vico immer sehr zuhause gefühlt, so als ob ich in meinem Dorf wäre. In meinem Dorf können die wenigsten eine Ausbildung machen. Wir haben kein Geld. Toll finde ich, dass wir das hier in der Schule Gelernte gleich auf unseren eigenen Feldern anwenden müssen. So lernen wir wirklich wie es geht. Die Lehrer und Lehrerinnen sind fordernd und geben uns viele Aufgaben zu lösen.Das gefällt mir! Sie geben sich Mühe, uns alles zu erklären. Wenn es schwierig zu verstehen ist, haben sie keine Hemmungen, zuerst auf Q’eqchi’ zu erklären und dann auf Spanisch. Mein Vater und meine Mutter haben kein Geld und es ist nicht möglich, dass mehrere Kinder aus unserer Familie eine Ausbildung machen. Wir sind 10 Geschwister. In Fray müssen wir sehr wenig bezahlen. Ich habe meine Sekundarschule in Fray gemacht, aber mein Bruder hat mich ermutigt, auch noch die landwirtschaftliche Berufsmittelschule in Rax K’iche zu machen und er unterstützt mich finanziell.

 

Was ist in dieser Ausbildung schwierig für dich?

Keine Freundin zu haben war für mich das Schwierigste. Ich dachte viel an die Mädchen;einmal weinte ich nachts und wollte davonlaufen. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass ich ohne das Internat und die Disziplin des Schulbetriebs meine Ausbildung nicht abschliessen würde und dann, wie mein Bruder, schon mit 17 heiraten würde, wie die meisten Jugendlichen meines Alters tun. Und auch aus diesem Grunde habe ich Fray bewusst ausgewählt; wegen dem Internat. Das hat mir geholfen.

 

Wie siehst Du Deine Zukunft?

Wie alle Menschen möchte ich glücklich sein! Ich möchte gemeinsam mit meiner Familie auf dem wenigen Land, das wir haben, landwirtschaftliche Projekt durchführen: Hühner, Schweine, Kakao. Aber dafür brauchen wir etwas Geld. Vielleicht muss ich zuerst für ein oder zwei Jahre ArbeitIMG 20181115 WA0004 suchen. Ich weiss, dass es praktisch nirgends in unserer Region feste Anstellungen gibt. Ich habe von einer Plantage im Peten gehört, die Papayas produziert. Dort würde ich gerne mein Praktikum machen. Aber wir wissen noch nicht, ob wir dieses Jahr das Praktikum machen können, aufgrund der Pandemie. Auch möchte ich den Leuten in meinem Dorf helfen. Früher gehörte das Land dem nationalen und staatlichen Elektrizitätsunternehmen. Nach dessen Privatisierung wissen wir nun nicht mehr genau, wie wir uns das Land aneignen können. Wir sind 80 Familien. Auch haben wir Konflikte, die schon seit 40 Jahren bestehen, mit den Nachbardörfern. Im bewaffneten Konflikt gab es deshalb viele Tote und bis heute bleibt es schwierig, diese Themen anzusprechen. Die benachbarten Bauern arbeiten seither auf diesen Feldern, aber wir wissen, dass sie nicht ihnen gehören und unserer Gemeinschaft eigentlich mehr Land zusteht. Das ist schwierig. Aus diesem Grund hat in meinem Dorf niemand eine Besitzurkunde seines Bodens. Ich möchte mich gerne mit anderen jungen Leuten aus meinem Dorf, die eine Ausbildung machen konnten, zusammentun und unseren Dorfrat unterstützen, damit wir diese Situation in den Griff bekommen. Ich bin optimistisch. In der Landwirtschaft gibt es immer Arbeit, denn alle wollen essen. Momentan gehen unsere Böden zu Grunde, versteppen und sterben. In Zukunft werden unsere Kenntnisse über agrarökologische Landwirtschaft sehr gefragt sein. Aber man muss schon fleissig sein, die Arbeit nicht scheuen und einen unternehmerischen Geist haben.

 


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