HOPE - Das Herz weit machen

P1040110An diesem Ostertag haben wir die Freude, Ihnen die Zeugnisse von Sophie Schaul und Denise Richard von partage.lu zu überbringen

Laut Frattelli Tutti, werden wir motiviert und dazu aufgerufen, unsere Herzen weit zu machen, so dass der Fremde nicht ausgeschlossen wird; es ist ein Ruf zur geschwisterlichen Liebe. Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit mit den Partnern im Süden mit diesem Gedanken um?

Sophie Schaul: „Der Duden definiert einen „Fremden“ als eine Person, die aus einer anderen Gegend, einem anderen Land stammt, oder die an einem Ort fremd ist, an diesem Ort nicht wohnt. Wenn ich beispielsweise zu unseren Partnern nach Guatemala reise, werde ich zur „Fremden“. Und jedes Mal werde ich dort in der Ferne von unseren Partnern mit weit offenem Herz aufgenommen. Leider leben wir in unserer westlichen Welt in einer mehr und mehr individualistisch denkenden Gesellschaft, in der manche Menschen den Eindruck hat, dass sie niemanden brauchen, um gut durch ihr Leben zu kommen. Dies ist ein verhängnisvoller Trugschluss! Wir alle sind untereinander verbunden und können allein nicht (über)leben, weder im Kleinen noch im Großen“.

Denise Richard: „Für mich bedeutet geschwisterliche Liebe in Zusammenhang mit unseren Partnern im Süden in allererster Linie, dass die Beziehung über eine rein „geschäftliche“ Beziehung hinausgeht, d.h.; Wir pflegen regelmäßigen Kontakt und tauschen uns nicht nur über das Projekt aus, sondern fragen auch nach, wie es den Partnern geht, senden Glückwünsche für besondere Ereignisse, lachen zusammen oder teilen ihre Trauer. Auch wenn uns manche Dinge bei unseren Partnern fremd vorkommen und es kulturelle Differenzen gibt, haben wir ein offenes Ohr und Verständnis. Wir begegnen ihnen mit Respekt und Freundlichkeit, auch wenn wir Probleme ansprechen müssen. Wir lassen unsere Partner nicht alleine mit ihren Sorgen und Nöten, sondern suchen zusammen nach Lösungen. Wir üben Kritik, sind aber auch bereit uns die Kritik des Partners anzuhören und sie ernst zu nehmen.“

Glauben Sie, dass es im Bereich der Zusammenarbeit möglich ist, Dinge anders zu machen? Was sind die größten Forderungen oder Ängste der Partner im Süden? Mit welchen Eigenschaften schaffen Sie ein Klima des Vertrauens bei Partnern?

„Es ist meistens möglich, Dinge anders zu machen und Neues auszuprobieren. Wir begegnen den Partnern im Süden auf gleicher Augenhöhe, hören zu und respektieren ihre Meinung, ihre Kompetenz und ihre Autonomie. Wir bauen eine Beziehung auf, indem wir versuchen den PartnerKumbakonam Little Flower Hr.Sec.School 006 kennenzulernen, mit seiner Geschichte, seinem soziokulturellen Hintergrund und seinen Eigenheiten, sowie der Partner auch versucht, uns kennenzulernen. Indem wir offen sind für den Reichtum der multikulturellen Vielfalt und der Vielzahl von Stimmen und Ideen, können Dinge anders gemacht werden. Wir können von den Partnern lernen, sowie die Partner auch von uns und voneinander lernen können“, erklärt Denise Richard.

„Ich bin ganz mit Denise einverstanden! Was mir in der Entwicklungszusammenarbeit unerlässlich erscheint, ist unseren Partnern auf Augenhöhe zu begegnen. In unserer Arbeit kommen diverse Kulturen, verschiedene Gepflogenheiten und unterschiedliche Menschen mit ungleicher Geschichte zusammen. In genau diesen Unterschieden liegt ein bedeutender Reichtum für diejenige, die dafür offenbleibt und sein Gegenüber in seiner Andersheit wahr- und ernst nimmt. Wenn die PartnerInnen und wir es schaffen, uns unter Gleichgesinnten zu fühlen, wenn wir bereit sind, voneinander zu lernen, wenn wir den Partner als Experten vor Ort anerkennen, der die Lösung seiner Herausforderungen in sich trägt und den wir dabei mit unseren Mitteln unterstützen, dann gelingt eine echte und wahre Zusammen-Arbeit.

Zur Frage der Forderungen und Ängste, gehe ich davon aus, dass man immer den Menschen als Ganzes sehen muss… Vielleicht ist die größte Angst unserer Partner, dass wir nur einen Teil ihrer Herausforderungen sehen, nicht aber erkennen, wie alles zusammenhängt, und dass die Lösung einer Schwierigkeit noch lange nicht die Auflösung aller Probleme bedeutet?

Zurzeit ist sicher eine große und berechtigte Angst unserer PartnerInnen im Süden, dass die Solidarität der westlichen Welt durch die weltweite Pandemie abnimmt, und sich die (Lebens)Situation der Menschen vor Ort, die durch die sanitäre Krise sowieso schwieriger wurde, noch weiter verschlimmern wird.“ Sophie Schaul

 „Ich denke das auch. Die größte Angst der Partner ist allein gelassen zu werden. Wir müssen sie weiterhin stark unterstützen, damit sie neue Wege beschreiten können.“ betont Denise Richard

Schlussendlich, Vertrauen, schafft Vertrauen: merkt der Partner, dass ich ihm vertraue, vertraut er mir auch, und scheut sich nicht, gegebenenfalls von Misserfolgen zu erzählen und Veränderungen vorzuschlagen.“ Sophie Schaul

 

D'ganz Equipe vu partage.lu wënscht Iech vun Härzen "Frou Ouschteren"!

 


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