Indische Frauen als Maurerinnen ausbilden: eine revolutionäre Idee!

Interview mit Thresiamma Mathew, Leiterin des Archana Women's Centre in Kottayam, Indien

Thresiamma 1Die Leiterin des Archana Women's Centre, Thresiamma Mathew, hat bereits erfolgreich ein ähnliches Ausbildungszentrum in Thrissur auf die Beine gestellt. 2003 erhielt Frau Mathew den „Preis der Kreativität der Frauen aus ruralen Gegenden" des WWSF (Women's World Summit Foundation) für ihre Arbeit im Dienst der Frauen.

Wie entstand die Idee für dieses ungewöhnliche Projekt des Archana Women's Center?
Das Archana Women's Center wurde im Jahre 2003 in Kottayam, im Bundesstaat Kerala, gegründet und widmet sich seither der Förderung der ausgegrenzten und unterprivilegierten Frauen und Mädchen. Seit dem Beginn hat AWC die konventionellen Entwicklungskonzepte in Frage gestellt, die manchmal die Ausgrenzung verschlimmern. Wir glauben an die authentische Stärkung der Frau, sowohl die körperliche wie die mentale Förderung durch intellektuelle Bewusstseinsbildung und Übertragung diverser Fertigkeiten. Während die Aneignung dieser Techniken die Frauen aus den Klauen der sozialen Unterdrückung befreit, ermöglicht die Umsetzung der Techniken in die Praxis den Frauen, an den Wurzeln der Armut zuzuschlagen und die daraus erfolgenden Missstände zu bekämpfen. Dies ist das Mantra auf dem AWC aufbaut.

Warum schlugen Sie diese ungewöhnliche Richtung ein, indische Frauen in typischen Männerberufen wie Maurer und Schreiner auszubilden?
In Kerala war es Frauen nicht erlaubt, den Beruf des Maurers zu ergreifen. Eine Frau konnte immer nur eine niedere Hilfskraft bleiben, die Steine, Sand und Zement schleppen musste. Außerdem erhielt sie nur ein Viertel des Gehaltes eines männlichen Maurers. Sehr oft wurden Frauen auf den Baustellen schlecht behandelt, misshandelt und sogar sexuell ausgebeutet. Die indische Gesellschaft verachtete diese weiblichen Hilfskräfte im Bauwesen. Nur Frauen, die sich durch äußere Umstände gezwungen sahen, ihre Familien zu unterstützen, wählten diese harte, undankbare und entwürdigende Arbeit.

In dem sanitären Einrichtungsprojekt, indem ich früher arbeitete, wo zahlreiche Toiletten gebaut wurden, wurde ich Zeugin unzähliger Diskriminierungen, die mir im Herzen schmerzten. Das hat mich angetrieben diesen mutigen Schritt zu wagen, indische Frauen zu unterstützen, ausgebildete Maurerinnen zu werden. Dies war keine leichte Aufgabe, denn die Frauen selbst leisteten Widerstand, da sie diese Idee in ihrer traditionellen Kultur als widersprüchlich empfanden. Durch entschlossene Anstrengungen und anhaltende Überzeugungsarbeit, konnte ich schließlich die Frauen umstimmen. 1989 konnten 12 Frauen die Ausbildung zur Maurerin erfolgreich abschließen! Seitdem wurden mehr als 2000 Frauen ausgebildet! Dennoch ist es auch heutzutage nur eine Minorität von Frauen, die es wagen, sich in diese Männerwelt zu begeben. Durch unsere Arbeit im Archana Women's Center setzen wir diese Herkulesarbeit des Meinungswandels fort, in der Hoffnung auf eine Veränderung in der Kultur, die vor allem auf der Voreingenommenheit in Bezug auf Gender basiert. Unser Ziel ist die Stärkung der Frau auf allen Fronten: Förderung der sozioökonomischen Gleichheit, der Gleichwertigkeit und der Harmonie in der modernen indischen Gesellschaft.

Marerinnen WassertankHeute haben wir eines unserer Hauptziel erreicht: die Gründung eines Ausbildungszentrum, das eine Vielzahl von Frauen in verschiedenen handwerklichen Berufen ausbildet, Bewusstseinsbildung in Gender-Fragen und Förderung einer Gender-Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung in einem Distrikt in Kerala. Unser Ausbildungszentrum hat Vorzeigecharakter bekommen für viele Regierungsagenturen und Nichtregierungsorganisationen, denn es wurde zum „Monument der weiblichen Kreativität".

Seit wann arbeitet Archana Women's Center mit Bridderlech Deelen zusammen und wie ist diese Partnerschaft entstanden?
Die Partnerschaft entstand im Jahr 2004. 2003 besuchte eine Mitarbeiterin von Bridderlech Deelen, Frau Denise Richard, gemeinsam mit Pater Antony Vallavanthara (der damals bereits mit Bridderlech Deelen zusammen arbeitete), das Frauenförderungsprogramm das ich damals in Thrissur leitete. Denise war tief beeindruckt von der Arbeit, die wir machten und motivierte mich, mit dieser Arbeit in Kottayam fortzufahren, nachdem ich das Projekt in Thrissur abgeschlossen hatte.

Erzählen Sie uns von einer Schwierigkeit im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit, die Sie besonders getroffen hat.
Wir spürten grossen Schmerz und fühlten uns sehr eingeschränkt, als die gut ausgebildeten Frauen, denen man das Diplom der Mahatma Gandhi Universität verliehen hatte, die Arbeit mit AWC aufgeben mussten, da Auftraggeber und Bauunternehmer uns nicht unter Kontrakt nehmen wollten, da sie unsere weiblichen Bauarbeiter ablehnten. Das AWC selbst hatte keine eigenen finanziellen Mittel, um ein eigenständiges Bauunternehmen zu starten, damit die Frauen weiterarbeiten und so weitere Erfahrungen im Bauwesen sammeln konnten.

Marerinnen AusbildungWas motiviert und inspiriert Sie täglich, diesen Weg weiterzugehen, trotz aller Schwierigkeiten, die sich Ihnen immer wieder in den Weg stellen?

Wir glauben, dass nur Ausdauer und Überzeugungsarbeit dauerhaften kulturellen Wandel bringen können. Jahrhundertealte Überzeugungen und Praktiken können nicht von heute auf morgen umgewälzt werden. Es bedarf einer langen und gemeinsamen Anstrengung. Unsere erfolgreiche Aufnahme in diese von Männern beherrschten und kulturell unkonventionnellen handwerklichen Berufen für Frauen haben sowohl bei der Regierung wie bei NRO's Prozesse ausgelöst, weitere Wege in anderen Berufssparten einzuschlagen, wie zum Beispiel Kokonussbäume zu besteigen, "Auto-rikshaws" zu fahren, usw. ... Die neuen Gesetze in unserem Bundesstaat fördern die Stärkung der Frau, sowie Gleichberechtigung und Gender-Gerechtigkeit. Die Frauen, die an den Ausbildungsprogrammen teilgenommen haben, und ihre Familien beeindrucken ihre Nachbarschaft und ziehen immer wieder andere Frauen an, die an den Ausbildungsprogrammen teilnehmen möchten. Wir zielen darauf, ein erfolgreiches Entwicklungsmodell für Frauen aufzubauen.

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