Editorial de Mr Henri Hamus

Capture hamusEt geet anescht! - Es geht, …anders! - C’est possible, mais autrement!

Vor Jahren war ich in einer großen Ausstellung in Lourdes. Einen Stand habe ich in Erinnerung. Da standen nur 2 Sätze auf großen Plakaten: "Tu m'as visité, donc j'existe." – "Je t'ai visité, et j'existe autrement !" Begegnungen schenken Wertschätzung und bewirken Veränderung. Erfahrungen und Erlebnisse verändern uns. Ob es da viele Worte gibt oder nicht.

 

Unfreiwillige Veränderungen

Die letzten 12 Monate haben uns verändert. Nicht freiwillig! Das Corona-Virus hat Bekanntes und Liebgewonnenes, Selbstverständliches und quasi Unveränderliches über den Haufen geworfen. Was lange politische Debatten, immer wiederholte Appelle, Fakten, Statistiken und Berechnungen nicht erreichten, ist auf einmal Realität: Lockdown, ausgebremstes Wirtschaftswachstum, Achtsamkeit, Rücksicht und Solidarität - in den Blick kommen gefährdete Personen und die Pflegeberufe, die Wissenschaftler und die Mediziner, die guten Seelen in der Nachbarschaft und ...

Wir haben gelernt, anders zu leben: statt Umarmungen und Handschlag: Abstand! Statt Berührung und Küssen: Maskenpflicht! Statt Besuche und Treffen in Familie und Freundeskreis: Versammlungsverbote! Statt Nähe bei Alten und Sterbenden: Einsamkeit! Statt Gemeinschaftsgottesdienste: Kleingruppen mit Abstand in großen Kirchen!

 

Erfinderisch werden

 

Wir leben anders. Und wir beginnen, uns wieder nach Besserem zu sehnen. Vielleicht wird nicht wieder alles so wie früher. Zurück zur Normalität ist vielleicht doch nicht die beste Erwartung. Das Anders hat uns eine Vielfalt entdecken lassen. Da gibt es auf einmal ungeahnte Möglichkeiten. Wir werden erfinderisch. Wir lernen, anders zu leben, anders miteinander umzugehen. Darf man hoffen, dass dieses Anders nachhaltig ist? Auch noch nach Monaten und Jahren Bestand hat, sich weiterentwickelt?Kongolesische Frau mit ihrer Maniok Ernte

Schade wäre es, wenn wir uns jetzt nur noch schneller um uns selber drehen. Gerade jetzt, wo sich uns etwas in den Weg stellt, können wir ein Auge haben für die, die schon immer ausgebremst werden. Hier bei uns und weltweit! Die Obdachlosen und die Flüchtlinge hatten nie, was wir normal nennen! Und die Frauen und Männer in unseren Partnerländern, und die Kinder und Jugendliche in Indien und Kongo und Brasilien: ihr Leben ist keine Idylle in mildem Klima und auf sandigen Stränden. Afrika und Asien und Lateinamerika haben nichts mit den Safari-Klischees und Weltenbummler-Touristen zu tun. Das Leben der Menschen ist meistens hart und schwer. Oft geht es um das tägliche Überleben. Oft gibt es kaum Perspektiven für eine bessere Zukunft.

 

Es geht anders!

 

Aber! Ja, dieses Aber steht im Raum. Trotz aller Widrigkeiten haben diese Menschen Visionen und Träume. Und diese Erwartungen richten sich nicht aus am Vergangenen. Sie weisen in die Zukunft. Das Anders, das sie erwarten, ist Sie sagen jeden Tag: Es geht anders! Und jeder Tag ist ein noch unbeschriebenes Blatt: sie schreiben darauf das Leben, ihr Leben, ihre Erfolge, ihre Wünsche, ihre Pläne, ihre Zukunft. Und wir dürfen von ihnen lernen, wir dürfen hie und da mithelfen, dass sich Hoffnungen verwirklichen. Wir dürfen ihnen auf vielfältige Art begegnen, sie besuchen in Bildern und Berichten, in Mitteilungen und Nachrichten, durch konkrete Solidarität durch partage.lu. Besuch und Begegnung sind Herzenssache, haben mit Interesse und Wohlwollen zu tun, ja: mit Liebe. Wir dürfen uns für unser anders leben von ihnen ermutigen lassen. Sie sagen uns über alle Entfernungen und Sprachbarrieren hinweg: anders, aber ja: es geht!Neuland, ist zu entdecken, ist mit Phantasie und Ausdauer, mit Mut und Kraft zu schaffen.

 

 

abbé Henri Hamus

 

 

 



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