Jean Ziegler, ancien rapporteur spécial pour le droit à l'alimentation, proclame de manière véhémente : « Chaque homme qui meurt de faim aujourd'hui, meurt assassiné. » Toutes les cinq secondes un enfant âgé de moins de dix ans meurt de faim. Une personne sur neuf se couche le ventre vide. Paradoxalement ceci se passe sur une planète qui déborde de richesses. Le World Food Report des Nations Unies informe que l'agriculture mondiale pourrait nourrir sans problèmes environ 12 milliards de personnes, donc presque le double de la population mondiale !
Il s'avère donc plus important que jamais de soutenir les femmes et les hommes dans nos projets en leur fournissant les moyens nécessaires pour qu'ils puissent garantir leur propre sécurité alimentaire. Voilà pourquoi, pendant de la Campagne de Carême de 2015, la Fondation Bridderlech Deelen a choisi de mettre l'accent sur trois projets qui soutiennent des écoles d'agriculture et d'agro-écologie ainsi que des formations visant la sécurité alimentaire. Ce sont des projets au Guatemala, dans la République Démocratique du Congo et au Kenya.
Grenzen überschreiten
In seiner Botschaft zur Fastenzeit 2015 lädt Papst Franziskus dazu ein, "die Grenzen der sichtbaren Kirche in zwei Richtungen zu überschreiten".
Die eine Richtung zielt auf die Heiligen, die uns gewissermaßen das Ziel vor Augen stellen, dem unser Leben und all unser Tun zueilt – sie haben sich von Gottes Liebe erfüllen lassen und haben diese Liebe unter den Menschen gelebt und bezeugt. Die andere Richtung überschreitet "die Schwelle, die uns in Beziehung setzt zu der Gesellschaft, die uns umgibt". In der Menschheitsfamilie gibt es zu viele, die leiden und stöhnen; zu oft schlägt ihnen nur Gleichgültigkeit entgegen. Der Papst möchte, dass die Orte, an denen sich Kirche zeigt - unsere Gemeinden und besonders unsere Gemeinschaften -, zu Inseln der Barmherzigkeit im Meer der Gleichgültigkeit werden". Je mehr wir uns in dieser österlichen Bußzeit Christus zuwenden, je mehr kommen seine Brüder und Schwestern in der Welt in unseren Blick. Die Hinkehr zu Jesus Christus führt uns unmittelbar zu den Menschen, mit denen er sich identifiziert hat: die Hungrigen und Durstigen und Nackten und Obdachlosen und Kranken und Gefangenen: "was ihr für einen von ihnen getan habt, das habt ihr mir getan".
Die Grenze, die uns von den Armen trennt, ist gar nicht so leicht zu überschreiten. Es genügt eben nicht, einen Blick über diese Grenze zu werfen. Die Gleichgültigkeit ist noch nicht überwunden, wenn wir uns über die Armut und die Ausgrenzung so vieler entrüsten, sie als schmerzlich empfinden und zutiefst gerührt sind von der Not anderer. Überschreiten bedeutet die eigene Umgebung verlassen, auf den anderen zugehen, ihn berühren, ihn umarmen, ihm unter die Arme greifen, mit ihm zumindest etwas vom Eigenen teilen.
Wir wissen, dass Teilen schmerzlich ist: es bedeutet nämlich, etwas von dem, was mir gehört, abschneiden und es einem anderen geben. Es geht nicht um Weggeben von Überflüssigem, nicht mehr Gebrauchtem, Entbehrlichem – es geht um mehr! Denn das Leben des anderen in Not ist in Gefahr. Es kann nur mit vollem Einsatz gerettet werden.
Grenzen überschreiten heißt für uns, Christus so in unser Leben herein zu lassen, dass wir das Leid des anderen als eigenes Leid spüren: "J'ai peine de votre peine", sagte der heilige Vinzenz von Paul. Ist einmal diese Grenze überschritten, dann ergeben sich die konkreten Schritte, die zu wahrem Teilen führen, die anderen Menschen zu einem besseren, menschenwürdigeren Leben verhelfen.
Das Diözesanwerk "Bridderlech Deelen" ist gewissermaßen eine Brücke, die uns erlaubt, die Grenze zu Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu überschreiten. Ich lade ganz herzlich und eindringlich dazu ein, den Schritt aus der Gleichgültigkeit in das Teilen zu wagen und so in unserer Gesellschaft Inseln der Solidarität und der Barmherzigkeit zu werden. Wenn wir diese Inseln miteinander und im Gebet mit dem Ziel unserer Hoffnung, Jesus Christus, verbinden, dann entsteht ein Netz, das trägt.
+Jean-Claude Hollerich
Erzbischof
Gedanken zu den Plakaten - von Henri Hamus
Der nach oben gereckte Daumen erinnert mich an die Autostopper am Straßenrand, die unaufdringlich darum bitten, mitgenommen zu werden. Er erinnert mich auch an die Handbewegung, mit der Papst Franziskus so gerne den Menschen Mut und Hoffnung macht. Ich sehe die unzähligen Menschen, die am Rand unserer Wohlfahrtsstraßen stehen und auf dem Lebensweg mitgenommen werden wollen. Sie sehen sich meistens außerstande, alleine mit den enormen Problemen des Lebens fertig zu werden. Oft werden sie nicht einmal bemerkt. Und immer öfter werden sie regelrecht an den Rand gedrängt, sozusagen von der Straße in den Graben gedrückt. In den Gräben neben den breiten Boulevards der Wohlstandsgesellschaften finden sich immer mehr Menschen wieder. Die Zu-kurz-Gekommenen, diejenigen, die nicht schnell genug sind, die Verlierer, die Chancenlosen, die Jugendlichen ohne Ausbildung... Das Gefälle zwischen Wohlstand und Armut ist den Ländern Afrikas und Lateinamerikas fast unvorstellbar. Weltweit müssen 1000 Millionen Menschen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Die Analphabetenrate der über 15Jährigen liegt in Afrika bei 41%! Laut Oxfam hätten im vergangenen Jahr nur 80 Multimilliardäre ihre Besitztümer zusammenlegen müssen, um die Habseligkeiten von 3,5 Milliarden Menschen aufzuwiegen! In absoluter Armut leben 1,2 Milliarden Menschen, d.h. sie haben einen Dollar und weniger pro Tag für die Befriedigung der Lebensbedürfnisse. Das Ungleichgewicht wird immer größer, was der Stabilität in der Welt auf Dauer gefährlich wird.
Der nach oben gereckte Daumen erzählt aber auch andere Geschichten. Geschichten von konkreter Solidarität, Geschichten von Erfolg und Perspektiven, Geschichten von Hoffnung und Freundschaft. Pablo in Guatemala sagt: "Como - gracias a ti" – ich esse, weil wir in einem Programm lernen, wie unsere Felder besser bestellt werden und eine größere Vielfalt an Pflanzen angebaut werden kann. Mary in Kenia sagt: "I eat – thanks to you" – ich esse, weil wir Erwachsene uns gegenseitig helfen können, alternative Lösungen in Landwirtschaft und Viehzucht zu erproben und gemeinsam Handelswege aufzubauen, die uns vor Übervorteilung durch Händler schützen. Kizito aus Ruanda sagt: "J'étudie – grâce à vous" – ich gehe in die Schule und lerne, weil unsere Schule von Grund auf erneuert wurde und jetzt ein normaler Unterrichtsbetrieb gewährleistet ist. Saranya aus Indien sagt: "I learn – thanks to you" – ich lerne und kann dadurch meine Gleichstellung in der Gesellschaft erreichen – ich habe an einem Programm teilgenommen, das uns Frauen hilft, unseren Platz auch im wirtschaftlichen Leben zu finden und zu erhalten.
Der ausgestreckte Daumen sagt mir aber auch: Toll, das hast Du gut gemacht, weiter so! Ja, wir sind im Diözesanwerk "Fondation Bridderlech Deelen" in den fast 5 Jahrzehnten unseres Bestehens vielen Menschen begegnet. Wir haben Freunde gewonnen, wir haben mit Partnern zusammengearbeitet. Oft haben wir die großen und breiten Straßen eines gewissen Wohlstands verlassen. Das Bei-den Anderen-Sein war nicht sonderlich spektakulär. Aber es war treu, heute sagt man eher: nachhaltig, eben menschlich. Denn Menschen brauchen Verlässlichkeit, sie brauchen nicht jene, die wie ein Durchzug dahineilen.
Gerne nehmen wir die Anerkennung an: "thanks to you – grâce à vous". Wir bilden uns nichts darauf ein. Der Dank ist der größte Ansporn, weiter zu machen, ja noch mehr zu wagen. Denn Menschen sind es immer wert, sie anzusehen, mit ihnen auszutauschen und gemeinsam etwas in Angriff zu nehmen.
Wir reden oft und notwendigerweise von Projekten. Das klingt manchmal sehr kühl und bürokratisch-administrativ. Lieber möchten wir von Zukunftsgestaltung mit Partnern sprechen. Denn darum geht es: Menschen hier und dort schaffen gemeinsam Perspektiven für die Zukunft, entwickeln kühne Träume, nehmen viele mit in die Verwirklichung von konkreten Zeichen, die für junge Menschen und ihre Familien Horizonte einer besseren Zukunft eröffnen.
Ich sehe sie wieder mit ausgestrecktem Daumen und der Bitte: Nehmt uns mit! Die Reise in Richtung Zukunft kann sie nicht auf der Strecke lassen. Die Menschheit ist eine! Jede und jeder wurde einmal getragen – von der Mutter. Alleine hätten wir nicht überlebt! Was am Anfang unseres Lebens war, hat und behält Gültigkeit. Schade, dass wir im Laufe der Zeit die Anfangserfahrung vergessen! Der ausgestreckte Daumen erinnert mich: "Vergiss nicht, dass du einmal getragen wurdest! Heute darfst du etwas von dem, was dir geschenkt wurde, weitergeben!" Ich halte inne, ich halte an und lade meine Schwester aus Guatemala, meinen Bruder aus Indien ein: gemeinsam machen wir uns auf die Reise in die Zukunft.
Henri Hamus
Relisez nos articles parus au Luxemburger Wort pendant le Carême 2015:
Article du 7 mars sur la sécurité alimentaire
Article du 21 mars sur la formation professionnelle des jeunes
Article du 4 avril (Samedi Saint) sur l'espoir au Brésil








